
Die Blue Volleys Gotha haben zwar ihr Heimspiel gegen den TSV Grafing mit 1:3 (29;-24;-19;-23) verloren, profitieren aber von den Ausrutschern der Konkurrenz.
Es ist schon einigermaßen erstaunlich, dass die Gothaer Volleyballer trotz dieser Niederlage ihrem Ziel, Meister in der 2. Bundesliga Süd zu werden, dennoch näher gekommen sind. Weil zeitgleich die beiden unmittelbaren Verfolger Kriftel und Eltmann ebenfalls verloren, fehlen den Blue Volleys jetzt noch 3 Punkte aus 5 Spielen bis dahin.
Im Spiel gegen den TSV Grafing, das erneut vor einer schönen Kulisse in der Ernestiner SH stattfand, ließ Trainer Robert Werner etwas überraschend Daniel Ridings für Erik Niederlücke auf der Diagonale beginnen.
Beide Teams brauchten keine lange Eingewöhnungsphase, boten von Beginn an guten und vor allem spannenden 2.Bundesliga-Volleyball und begegneten sich im gesamten Spielverlauf auf Augenhöhe. Zu keinem Zeitpunkt der Begegnung, außer in der Schlussphase des 3.Satzes, gelang es einem Team sich mehr als maximal 3 Punkte abzusetzen.
Den Hausherren merkte man jedoch deutlich an, dass die letzten Wochen sowohl mental als auch körperlich äußerst Kräfte zehrend waren. Man kann der Mannschaft nicht den Vorwurf machen, nicht alles gegeben zu haben. Aber es fehlten fast allen Spielern die letzten Prozente im Vergleich zum bisherigen Saisonverlauf und in manchen Situationen einfach auch nur das notwendige Spielglück.
Auf der anderen Netzseite stand mit dem TSV Grafing eine überaus abwehrstarke Mannschaft, die ungewöhnlich viele Angriffe der Blue Volleys hervorragend verteidigte.
Die Schlussphase des Anfangssatzes verlief entsprechend dramatisch. Beim Stand von 23:20 für Gotha schien eine Vorentscheidung gefallen. Eine kleine Punktserie der Gäste brachte diese aber nochmal auf 23:23 heran. Danach ließen wechselnde Satzbälle die knapp 300 Zuschauer lange zittern, ehe Ridings mit einem sehenswerten Diagonalschlag und ein Angriffsfehler der Bayern den erlösenden 31:29 Satzgewinn der Gothaer sicherten.
Auch der folgende Abschnitt bot ein ähnliches Bild. Zu keinem Zeitpunkt konnte sich ein Team entscheidend absetzen. Die Gothaer, bei denen neben Ridings, der insgesamt eine sehr gute Leistung zeigte, auch die beiden Außenangreifer Christoph Aßmann und Dominik Ducháč, Zuspieler Hannes Krochmann, Libero Len Spankowski und die beiden Mittelblocker Max Crowder und Justus Krauße auf dem Feld blieben, bemühten sich weiter das Spiel in den Griff zu bekommen. Auf der Gegenseite versuchte Zuspieler Tim Aust das Spiel seiner Mannschaft schnell zu machen, um besonders seinen Diagonalangreifer Juro Petrusic, AußenJanik Sambale und die Schellangreifer in der Mitte in freie Angriffspositionen zu bringen.
Bei den Gothaern verliefen viele gute Angriffe ebenfalls über die schnelle Mitte. Insgesamt aber hatten alle Gothaer Angreifer Probleme, die gute Feldverteidigung der Gäste zu überwinden. Bezeichnend hierfür der Spielzug zum 9:8, in dem die Grafinger Abwehr Gothaer Angriffe in Serie verteidigte und die Hausherren sechs, sieben Versuche brauchten, dieses Abwehrbollwerk zu überwinden.
So ging auch dieser 2.Satz in die Verlängerung. Einen erneut langen Ballwechsel nutzte der kleinste Spieler auf dem Feld, Grafings Zuspieler Aust, mit einem Notangriff zum ersten Satzball. Den wehrte Ridings mit einem Angriffspunkt ab. Leider war es kurze Zeit später eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung, die letztlich den entscheidenden Punkt für den TSV brachte. So wie es überhaupt im gesamten Spielverlauf bei einigen Entscheidungen des Kampfgerichts zu Diskussionen auf beiden Seiten kam.
In der Satzpause wurde dann der langjährige Libero der Blue Volleys, Max Stückrad, der zum Ende der letzten Saison seine erfolgreiche Laufbahn beendet hatte, unter dem Beifall der Zuschauer verabschiedet.
Auch in den beiden Schlusssätzen ging es spannend weiter. Beide Teams schenkten sich nichts. Während die Süddeutschen allerdings befreit und mit viel Spielfreude agierten, wirkten die Gastgeber stets etwas verkrampft und in Teilen nervös. Trainer Ro.Werner brachte Tomasz Gorski und später noch Erik Niederlücke für Krauße und Ridings. Aber es blieb dabei, in fast allen Spielelementen fehlte es an Kleinigkeiten, um sich gegen einen, wie aus einem Guss spielenden Gegner, entscheidend durchzusetzen.
Am Ende mussten sich die Blue Volleys auch in diesen Abschnitten mit 19:25 und 23:25 einem an diesem Abend das entscheidende Quäntchen besseren Gegner geschlagen geben.
Mit Libero Spankowski, der im Spielverlauf noch der konstanteste Gothaer war und Grafings gefährlichsten Angreifer Petrusic wurden die richtigen Spieler als MVP gewählt.
Die Blue Volleys haben jetzt das ersehnte freie Wochenende vor sich und können in zwei Wochen beim TV Rottenburg den nächsten Anlauf in Richtung Meisterschaft nehmen und sich die fehlenden 3 Punkte holen.
Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Ducháč, Krochmann, Gorski, Krauße, Niederlücke, Spankowski, Ri.Werner, Ridings, Jansen, Wagner und Crowder